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5. GOTT HAT IN DEM TODE CHRISTI DAS LÖSEGELD GEGEBEN
Völlig klar haben es die Apostel auch verkündigt, daß Christus das Lösegeld dargebracht hat, um uns damit von der Todesschuld loszukaufen. "Wir werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Christum Jesum geschehen ist, welchen Gott hat vorgestellt durch den Glauben zu einem Gnadenstuhl in seinem Blut..." (Röm. 3:24f.). Hier preist Paulus die Gnade Gottes, weil er in dem Tode Christi das Lösegeld gegeben hat, und dann ermuntert er uns, zu seinem Blut unsere Zuflucht zu nehmen, um vor Gott Gerechtigkeit zu erlangen und getrost vor seinem Richterstuhl stehen zu können (besonders 3:25). Die gleiche Bedeutung hat das Wort des Petrus: "Und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid ... sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes" (1. Petr. 1:18f.). Denn die Aufstellung dieses Gegensatzes (Gold und Silber - das Lamm!) hätte gar keinen Sinn, wenn Christus mit diesem Lösegeld nicht wirklich genuggetan hätte. So sagt ja auch Paulus: "Ihr seid teuer erkauft!" (1. Kor. 6:20). Auch sein Wort: "Es ist ... ein Mittler, ..., der sich als Lösegeld selbst gegeben hat ..." (1. Tim. 2:5f.; nicht ganz Luthertext) hätte ja keinen Bestand, wenn nicht auf ihn die Strafe gelegt wäre, die wir verdient hatten.
An anderer Stelle will Paulus beschreiben, was die "Erlösung durch sein Blut" sei, und da nennt er sie "die Vergebung der Sünden" (Kol. 1:14); das heißt also: wir empfangen von Gott Rechtfertigung und Freispruch, weil jenes Blut eine völlige Genugtuung bedeutet. Dem entspricht dann auch die andere Stelle: "Er hat ausgetilgt die Handschrift, so wider uns war ... und hat sie an das Kreuz geheftet..." (Kol. 2:14). Da ist von jener Bezahlung, jenem Ausgleich die Rede, der uns von Schuld frei macht. Großes Gewicht haben auch die Worte des Paulus: "So durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben" (Gal. 2:21). Daraus ist zu entnehmen, daß wir bei Christus suchen müssen, was das Gesetz gewähren würde, wenn es einer erfüllte, das heißt: daß wir durch Christi Gnade die Erfüllung der Verheißung erlangen, die Gott unseren Werken im Gesetz gegeben hat: "Wer das tut, der wird dadurch leben!" (Lev. 18:5). Ebenso deutlich kommt das auch in seiner Rede in Antiochia zum Vorschein; da verkündigt er, durch den Glauben an Christus werde uns Rechtfertigung von alle dem zuteil, "wovon ihr nicht konntet im Gesetz Moses gerecht werden!" (Apg. 13:38). Denn der Gehorsam gegenüber dem Gesetz ist die Gerechtigkeit, und deshalb hat uns Christus, der diese Last auf sich nahm und uns mit Gott derart versöhnt hat, als hätten wir das Gesetz erfüllt, unleugbar durch sein Verdienst Gottes Gnade erworben! In derselben Richtung geht auch das bekannte Wort aus dem Galaterbrief: "... da sandte Gott seinen Sohn ... unter das Gesetz getan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete" (Gal. 4:4f.). Wozu ist er anders unter das Gesetz getan als dazu, daß er das zu leisten unternahm, was wir nicht zu schaffen vermochten, und uns auf diese Weise die Gerechtigkeit erwarb?
Daher rührt diese Anrechnung der Gerechtigkeit ohne alle guten Werke, von der Paulus schreibt; jene Gerechtigkeit, die uns aus Gnaden zugerechnet wird, weil sie einzig in Christo sich findet (Röm. 4). Aus diesem Grunde heißt auch der Leib Christi unsere Speise (Joh. 6:55). Denn nur in ihm finden wir Grund und Kraft unseres Lebens. Aber diese Kraft kommt nur deshalb zu uns, weil der Sohn Gottes als Lösegeld um unserer Gerechtigkeit willen gekreuzigt worden ist! So sagt auch Paulus: "Er hat sich selbst dargegeben für uns als Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch" (Eph. 5:2). Und dann auch wieder: "Er ist um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt" (Röm. 4:25). Daraus ergibt sich, daß uns durch Christus nicht nur das Heil gegeben ist, sondern daß uns nun der Vater um seinetwillen gnädig ist! Denn unzweifelhaft geht in ihm erst recht in Erfüllung, was einst Gott durch Jesaja in einem Bilde verkündigen ließ: "Ich will ihr aushelfen um meinetwillen und um meines Dieners David willen" (Jes. 37:35). Dafür ist der Apostel der beste Zeuge; er spricht: "Die Sünden sind euch vergeben durch seinen Namen" (1. Joh. 2:12). Da wird zwar Christi Name nicht ausdrücklich genannt; aber Johannes bezeichnet ihn auch hier nach seiner Gewohnheit mit dem Wörtchen: "seinen". In demselben Sinne spricht sich der Herr auch selber aus: "Wie ich lebe um des Vaters willen, also wird, wer mich isset, auch leben um meinetwillen" (Joh. 6:57; Calvin zitiert ungenauer). Dazu stimmt auch das Wort des Paulus: "Euch ist gegeben, um Christi willen zu tun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch um seinetwillen leidet" (Phil. 1:29).
Text von: http://www.calvinismus.ch/wp-content/uploads/02institutio.htm










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