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16. IN HINSICHT AUF DIE ANWENDUNG HAT ZEREMONIEN AUFGEHÖRT
Anders verhält es sich freilich mit den Zeremonien: sie sind nicht ihrer Bedeutung, sondern nur ihrem Vollzug nach abgetan. Daß ihnen aber Christus durch seine Ankunft ein Ende gesetzt hat, nimmt ihnen nichts von ihrer Heiligkeit, ja preist und verherrlicht sie nur um so mehr! Denn wie sie einst dem alten Bundesvolk ein eitles Schaubild geboten hätten, wenn in ihnen nicht die Kraft des Sterbens und Auferstehens Christi abgebildet gewesen wäre - so würde jetzt, wenn sie nicht aufgehört hätten, gar nicht mehr zu erkennen sein, warum sie eigentlich eingesetzt worden sind.
So will auch Paulus nachweisen, daß ihre Beobachtung für uns nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich wäre, und sagt von ihnen, sie seien „der Schatten von dem, das zukünftig war; aber der Körper selbst ist in Christo" (Kol. 2,17). Wir sehen also, daß durch ihre Abschaffung die Wahrheit besser aufleuchtet, als wenn sie noch aus der Ferne und wie hinter einem Vorhang verborgen Christum darstellten, der doch öffentlich erschienen ist! So ist ja auch bei dem Tode Christi der Vorhang im Tempel in zwei Stücke zerrissen (Matth. 27,51); denn es war ja schon das lebendige und deutliche Bild der himmlischen Güter ans Licht getreten, das zuvor, in den Zeremonien, bloß in undeutlichem Schattenbild da war, wie der Verfasser des Hebräerbriefs sagt (Hebr. 10,1).
Hierhin gehört auch Christi Wort, das Gesetz und die Propheten seien bis auf Johannes da gewesen, aber seither habe man angefangen, das Evangelium zu predigen (Luk. 16,16). Das bedeutet nicht, daß die Väter etwa der Predigt, die die Hoffnung auf das Heil und ewiges Leben in sich trägt, entbehrt hätten; aber sie haben doch nur aus der Ferne und unter Schattenbildern erblickt, was wir heute in vollem Lichte erstrahlen sehen.
Den Grund aber, weshalb die Kirche von diesen Anfangsgründen aus fortschreiten mußte, zeigt Johannes der Täufer: „Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade aber und Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden" (Joh. 1,17). Denn obwohl in den alten Opfern die Versöhnung wahrhaft angekündigt war und obwohl die Lade des Bundes ein sicheres Unterpfand der väterlichen Huld Gottes war, so wäre dies doch alles bloß schattenhaft gewesen, wenn es nicht in Christi Gnade gegründet gewesen wäre, die wirklich ein fester, ewiger Grund ist.
Das bleibt also fest bestehen: Obwohl die gesetzlichen Gottesdienstformen aufgehört haben, so wird doch gerade aus deren Ende deutlich, wie wichtig sie vor der Ankunft Christi waren, der ihre Anwendung aufgehoben, aber ihre Kraft und Wirkung durch seinen Tod versiegelt hat.
Quellen: http://www.calvinismus.ch/wp-content/uploads/02institutio.htm










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