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Calvin und die Gewissheit des Glaubens


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38. GEFÄHRLICHKEIT DER SCHOLASTISCHEN LEHRE DASS DIE GEWISSHEIT DES GLAUBENS EINE MORALISCHE VERMUTUNG IST.

A dúvida de Tomé Von hieraus läßt sich beurteilen, wie gefährlich die scholastische Lehre ist, wir könnten der Gnade Gottes gegen uns nur in dem Sinne einer „moralischen Vermutung" (Vermutung auf Grund unserer sittlichen Taten!) gewiß werden, wir müßten also danach gehen, wie weit jedermann die Überzeugung habe, dieser Gnade nicht unwürdig zu sein. Sollten wir nun freilich aus unseren Werken entnehmen, wie der Herr gegen uns gesinnt sei, so würden wir es allerdings nicht einmal mit der leisesten Vermutung feststellen können! Aber der Glaube soll doch nichts anderes als die Antwort auf eine schlichte und aus Gnade uns zukommende Verheißung sein, und deshalb bleibt hier gar kein Hin und Her! Was sollte das für eine Gewißheit sein, mit der wir uns wappnen könnten, wenn wir sagten: Gott ist uns gnädig - aber nur insofern, als wir es mit der Reinheit unseres Lebens verdienen! Ich will aber diese Fragen an anderer Stelle genauer behandeln und ihnen hier deshalb nicht weiter nachgehen. Es ist ja vor allem auch völlig klar, daß zum Glauben nichts so sehr im Widerspruch steht als eine „Vermutung" oder irgend etwas anderes, das mit dem Zweifel in Verwandtschaft ist!

Ganz übel verdrehen die Scholastiker dabei eine Stelle aus dem Prediger, die sie immerzu im Munde führen: „Niemand weiß, ob er des Hasses oder der Liebe würdig ist!" (Pred. 9,1; nicht Luthertext). Ich will noch übergehen, daß dieser Text in der üblichen (lateinischen) Übersetzung unrichtig wiedergegeben wird. Aber es kann doch jedes Kind merken, was Salomo mit diesen Worten sagen will, nämlich: wenn jemand aus dem gegenwärtigen Stand der Dinge feststellen will, wen Gott mit Haß verfolgt und wen er mit seiner Liebe umfängt, der müht sich unnütz ab und quält sich umsonst; denn „es begegnet dasselbe einem wie dem anderen, dem Gerechten wie dem Gottlosen ..., dem, der opfert, wie dem, der nicht opfert ..." (Pred. 9,2). Daraus ergibt sich: wenn Gott einem Menschen alles nach Wunsch gelingen läßt, so ist das nicht immer ein Beweis seiner Liebe, und wenn er jemand ängstigt, so ist das nicht immer ein Zeugnis seines Hasses. Das sagt Salomo, um die Eitelkeit unseres menschlichen Verstandes zu strafen; haben wir doch auch in dieser Frage, die so notwendig klar sein müßte, gar stumpfe Sinne! Er schreibt dementsprechend auch etwas vorher, der Unterschied zwischen der Seele des Menschen und des Viehs sei nicht zu erkennen, weil beide dem Augenschein nach gleicherweise umkommen müßten (Pred. 3,19). Wenn nun daraus jemand folgern wollte, auch die Lehre von der Unsterblichkeit stütze sich bloß auf eine „Vermutung", so müßte man den doch verdientermaßen für unsinnig halten! Kann man aber dann solche Leute für vernünftig erklären, die aus der Tatsache, daß wir aus dem fleischlichen Anschauen gegenwärtiger Verhältnisse die Gnade Gottes nicht erfassen können, den Schluß ziehen wollen, es gäbe überhaupt keine Gewißheit dieser Gnade?

Text von http://www.calvinismus.ch/wp-content/uploads/03institutio.htm

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